Werratal Rad-Blog

guenterHier bloggt Günter Pippert über Mountainbike- und Rennradtouren im Werratal und über Neuigkeiten, Trends und vieles mehr rund ums Thema Fahrrad


Alpencross 2014 "Nauders - St. Moritz"

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Es war eigentlich kein klassischer Alpencross mit Ziel in Riva, sondern der Schwerpunkt lag auf vielen anspruchsvollen Trails in einer traumhaften Alpenkulisse. Unser Tourguide war Hans Heim von "Jester-Tours". Hans hat über 20 Jahre Erfahrung in den Alpen. Er zählt zu den Pionieren und kennt nahezu jeden Trail. Hans kann sich zu 100% auf die Truppe einstellen und die Schwierigkeitsgrade der Trails jeweils an die Fähiglkeiten der Gruppe anpassen. Und wenn es dann doch einmal zu steil oder zu blockig sein sollte, dann schiebt man eben. Die Sicherheit eines jeden einzelnen steht bei Hans immer an 1. Stelle.

Der offizielle Start der Tour war am 30. August 2014 um 11 Uhr in Nauders am Reschen. Wir sind schon eine Tag früher angereist und haben den hervorragenden Service und das gastronomische Angebot im Hotel Central genossen. Hier hat man sich schon vor Jahren auf die neue Zielgruppe Mountainbiker und Rennradfahrer eingestellt und man hat das Gefühl, dass es im Hotel nur so von Bikern wimmelt. Am 1. Tag gab es eine lockere Runde auf die "Reschner-Alm". Man hatte von hier einen herrlichen Blick auf den Reschensee und den in den Fluten versunkenen Kirchturm. 

Alpencross 2

 

Der Start der ersten Tagesetappe war dann am 1. September. Es ging zunächst über die Franzosenhöhe ins Unterengadin. In "Scoul" hatten wir zum ersten Mal Gelegenheit die Schweizer Gastronomie zu testen. Preis und Leistung stehen hier in einem ganz besonderen Verhältnis. Nach der Stärkung ging es einen Schweizer Nationalpark nach "S-charl". In der sehr gemütlichen Unterkunft "Crush Alba" konnten wir festesllen, dass mehr Biker als Wanderer unterwegs waren. Am nächsten Morgen starteten wir bei 2 Grad Celsius um dann am "Pass des Constaines" 2251m von leichtem Schneetreiben überrascht zu werden. Der Motivation in der Truppe hat das aber nicht geschadet. Man muss in den Alpen immer mit einem Wetterumschwung rechnen und seine Bekleidung entsprechend darauf ausrichten.

Alpencross 4

Im "Val Mora" war das Wetter aber schon wieder besser und auf dem "Passo Alpisella" hatten wir fast schon wieder zweistellige Temperaturen. Das Tagesziel lag in Livigno. Bei Temperaturen von mittlerweile 11 Grad Celsius haben wir den Touristen in der Fußgängerzone gezeigt, dass man neben "Apres-Ski" im Winter im Sommer auch "Apres-Bike" machen kann. Wer hart arbeitet (Tagesetappe 2000 Höhenmeter) muss manchmal auch ein bisschen feiern können. Von Livigno ging es über mehrere Trails und Anstiege über den "Passo Eira" 2208m auf den "Passo Trelo" 2294 m und über eine atemberaubende Abfahrt nach Arnouga.

Alpencross 5

Auch in unserem Hotel in Arnouga hatten wir das Gefühl, dass die Mountainbiker die Oberhand gewonnen haben. Über den "Pass de val Viola" 2489m ging es dann weiter zum Bahnhof von "Poschiavo" um mit der Rhätischen Bahn nach "Alp-Grüm" zu fahren. Sicherlich kann man jetzt die Nase rümpfen, aber die Bahnfahrt war ein absolutes Erlebnis. Nach einer Rast im Gipfelrestaurant "Belvedere" ging es über den "Bernina-Pass" und über sehr flowige Trails mit Blick auf die Gletschwelt des "Piz Buin" nach Pontresina. Nach einer Übernachtung im frisch renovierten Hotel "Palü" erreichten wir am nächsten Morgen unser Ziel St. Moritz um dann auf den "Piz Noir" zu fahren. Die Trails lagen auf über 2700 Höhenmetern. Hier wr absolute Konzentration erforderlich, was aufgrund der atemberaubenden Landschaft und der grandiosen Ausblicke manchmal sehr schwer viel.

Alpencross 6

Weiter ging es über sehr blockige Trails mit sehr viel losem Schotter durch das "Val Bever", einer absolut unwirtlichen Steinwüste. Man stellt sich in solchen Situationen manchmal die Frage, ob man sich das mit einem Mountaibike antuen muss. Aber das macht es einfach aus. Trails, bei denen man nach jeder Kurve überlegen muss, ob man nicht besser absteigt. Aber genau die Situationen sind es, die den Reiz unseres Sportes ausmachen. Am späten Nachmittag sind wir dann wieder im Engadin angekommen, um nach dem Genuss einer "Engadiner Nusstorte" mit einem Bike-Shuttle wieder zurück nach Nauders zu fahren.

Alpencross 1

An dieser Stelle noch einen "Riesen-Dank" an Hans und alle anderen Pioniere, die die Trails in den Alpen befahrbar gemacht haben und die es uns ermöglichen, diese faszinierende Sportart auszuüben, aber auch an alle Teilnehmer. Es war eine tolle Zeit, in der wir sehr viel gemeinsam erlebt haben und an die vielen Eindrücke werden wir noch in den nächsten jahren denken und den Namen "Lucio aus Livigno" werden wir wahrscheinlich unser ganzes Leben lang nicht vergessen.

Alpencross 7

Randbemerkung:

Mountaibiker sind ein ganz erheblicher Wirtschaftsfaktor für die Gastronomie geworden. Glückwunsch an alle, die die Zielgruppe rechtzeitig erkannt haben und die sich jetzt über eine bemerkenswerte Auslastung in ihrern Häusern freuen können. Die Hoteliers und alle anderen Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten geben es zurück, in dem sie in ihren Häusern investieren und die Angebote für Mountainbiker immer weiter optimieren. Wir haben uns in allen Häusern "pudelwohl" gefühlt und es hat uns an nichts gemangelt. Selbst das lästige "Trikot waschen" am Abend wird jetzt von einem Wäschservice übernommen und das in den meisten Fällen kostenfrei. 

 

Mit sportlichem Gruß

Günter Pippert

P.S. : Das war mein 3. Alpencross, aber bestimmt nicht mein letzter.

P.S. 2 : Und bitte nicht vergessen!

Wenn man regelmäßig in der Region Werra Meißner und dem Eichsfeld trainiert und die Tourenvorschläge vom "Bikeführer Werra Meißner" nutzt, dann schafft man auch einen Alpencross.

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